GERHARDSEN GERNER

Berlin Oslo Artists


Shintaro Miyake

Viking Age

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Shintaro Miyake, Viking Age, Installation view, Gerhardsen Gerner, Berlin, 2013

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Shintaro Miyake, Viking Age, Installation view, Gerhardsen Gerner, Berlin, 2013

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Shintaro Miyake, Viking Age, Installation view, Gerhardsen Gerner, Berlin, 2013

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Shintaro Miyake, Viking Age, Installation view, Gerhardsen Gerner, Berlin, 2013

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Shintaro Miyake, Viking Age, Installation view, Gerhardsen Gerner, Berlin, 2013


Exhibition opening / performance: August 23, 7–9pm
Exhibition duration:   August 23 – September 21, 2013


Inspired by Norse mythology and referring to the gallerists’ ancestry, Japanese artist Shintaro Miyake presents for
his fourth solo exhibition at Gerhardsen Gerner Berlin – a Viking Show.

Miyake has dedicated three works on paper to the enemies of the world of Norse mythology embedded in key
moments of their narrative. Fenrir, ‘the Fenris Wolf’ is featured here as well as Jörmungandr, ‘the Midgard Serpent’
(Old Norse: Miðgarðsormr) and Garm, the huge dog of goddess of the dead, Hel. All three figures are siblings and
children of the god Loki and the giantess Angrboda.

Since Fenrir has become too strong for the gods in Asgard, they devise a ploy to have him hogtied. In the process,
however, Fenrir suspects fraud and demands to hold in pledge in his mouth the right hand of a god. Only Tyr, god of
war, volunteers, ultimately sacrificing his hand and averting the threat the Fenris Wolf had posed.

Jörmungandr in turn, who had also become somewhat dangerous to the gods was tossed into the sea by Odin.
According to legend, the former, who had grown so large that he was able to surround the earth and grasp his own tail,
was later caught during a fishing trip by Thor along with his host Hymir, a bull’s head serving as bait. Hymir, however,
frightened at the sight of the serpent, cuts the fishing line so that the serpent manages to escape.

Miyake has derived his depiction of the goddess of death Hel with her dog Garm from a description of her appearance
as half bluish-black and half flesh-coloured, indicating that she might be half dead and half alive or partly old and partly
young. Hel too had been banished from Asgard, but founded her own kingdom in the north, where Garm guards the
gate and bars the exit for dead warriors (who have happened to end up there).

Shintaro Miyake appropriates the gods and heroes of the Elder Edda 1) in his unique cartoon-like style of drawing.
In doing so, the artist predefines his main motifs in pencil with any corrections becoming part of his pictorial inventions.
He then fills the lines with coloured pencil strokes, resulting in colour areas of an intrinsically tight feel. The line, however,
remains dominant in Shintaro Miyake's work, as the long, flowing limbs of his figures may clearly illustrate.

For his exhibitions, Miyake often deals with site-specific characteristics or otherwise inspiring fictitious subjects,
translating these into his own visual language. He has staged Minotaur's fight with a sea monster in Italy  (2004), the
life of Japanese fishermen in the olden days on the "art island" of Naoshima (2006), or the life of a beaver in the
Sandra and David Bakalar Gallery at Massachusetts College of Art in Boston. Miyake has also translated the event
of the Football World Cup in a fantastically humorous exhibition at Gerhardsen Gerner in 2006, and has conjured up
„Egypt“ at Tomio Koyama Gallery in Tokyo in 2008.

During the spectacular opening on August 23rd 2013 from 7pm, performance, drawing, sculpture and performance
artefacts will coalesce into a Nordic-Japanese Gesamtkunstwerk.

For further information or visuals please contact Gerhardsen Gerner Berlin: T: +49-30-69 51 83 41,
F: +49-30-69 51 83 42, E: office@gerhardsengerner.com or visit our website at http://www.gerhardsengerner.com

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1) The Poetic Edda, also known as Sæmundar Edda or the Elder Edda, is a collection of Old Norse poems from the
Icelandic medieval manuscript Codex Regius ("Royal Book"). Along with the Prose Edda, the Poetic Edda is the
most expansive source on Norse mythology (comp. Wikipedia, "Edda", June 2013).

 

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Shintaro Miyake
Viking Age


Ausstellungsdauer:    23. August – 21. September 2013

Für seine vierte Einzelausstellung in den Ausstellungsräumen von Gerhardsen Gerner in Berlin hat sich der japanische
Künstler Shintaro Miyake, in Anlehnung an die Herkunft der Galeristen, von der nordischen Mythologie inspirieren
lassen: Miyake präsentiert eine Wikingershow.

In drei Blättern widmet sich Shintaro Miyake den Weltfeinden der nordischen Mythologie: er zeigt den Fenriswolf
(auch Fenrir), die Midgardschlange (altnordisch Miðgarðsormr; auch Jörmungandr) und Garm, dem riesigen Hund der
Totengöttin Hel, eingebettet in Schlüsselmomente ihrer Geschichten. Alle drei Figuren sind Geschwister und Kinder
des Gottes Loki und der Riesin Angrboda.

Da der Fenriswolf den Göttern in Asgard zu kräftig wird, ersinnen sie eine List, um ihn binden zu können. Jedoch wittert
Fenrir Betrug und verlangt, während ihm eine magische Fessel angelegt wird, als Pfand die rechte Hand eines Gottes
im Maul zu tragen. Lediglich Tyr, der Gott des Krieges, ist hierzu bereit. So verliert Tyr seine Hand und die Gefahr
durch den Fenriswolf ist gebannt.

Die Midgardschlange wiederum wurde von Odin ins Meer geworfen, auch vor ihr begannen sich die Götter zu fürchten,
denn sie wurde so groß, dass es ihr möglich war, die Welt zu umspannen und sich dabei selbst in die Schwanzspitze
zu beißen. Es geht die Sage, dass Thor zusammen mit seinem Gastgeber Hymir mit einem Boot ausfährt, um Fische
zu fangen. Als Köder haben sie den Kopf eines Stieres dabei, den die Midgardschlange verschlingt und so von Thor
gefangen wird. Hymir jedoch erschrickt sich beim Anblick der Schlange und zerschneidet die Fangleine, so dass ihr die
Flucht gelingt. 

Für die Visualisierung der Totengöttin Hel mit ihrem Hund Garm wählt Miyake die Beschreibung ihrer Erscheinung: Hels
Körper wird zur einen Hälfte als Hautfarben beschrieben, zur anderen Hälfte als Blau-Schwarz, was belegen soll, dass
sie halb tot und halb lebendig, oder zur Hälfte alt und zur Hälfte jung, ist. Auch Hel wurde aus Asgard verbannt, gründete
jedoch im Norden ihr eigenes Reich, wo Garm das Tor bewacht und den toten Kriegern den Ausgang verwehrt.

Shintaro Miyake eignet sich die Götter– und Heldensagen der älteren Edda 1) in dem ihm eigenen comichaften
zeichnerischen Stil an. Der Künstler definiert dabei zunächst mit Graphitstift sein Bildthema vor. Korrekturen gehören
hierbei stets zur Bildfindung hinzu. Anschließend füllt er die Linien mit Buntstiftstrichen zu Farbflächen, denen eine dichte
Haptik eigen ist. Jedoch bleibt die Linie stets dominant in Shintaro Miyakes Werk, was auch die langen, fließenden
Gliedmaßen seiner Figuren unterstreichen.

Für seine Ausstellungen geht der Künstler oftmals so vor, dass er sich mit ortsspezifischen oder anderswie charakteristischen,
inspirierenden, auch fiktiven Themen auseinandersetzt und diese in seine eigene Bildsprache übersetzt. So hat er in Italien
den Kampf des Minotaurus mit einem Seeungeheuers inszeniert (2004), das Leben japanischer Fischer in früherer Zeit auf
der Kunstinsel Naoshima (2006) oder in der Sandra and David Bakalar Gallery des Massachusetts College of Art, Boston
das Leben eines Bibers nachgestellt. Ebenfalls 2006 hat Miyake bei Gerhardsen Gerner das Weltereignis der Fussball WM
in eine fantastisch humorvolle Ausstellung übersetzt und 2008 „Ägypten“ in der Galerie Tomio Koyama in Tokyo aufleben
lassen.

Bei der spektakulären Eröffnung ab 19 Uhr am 23. August 2013 wird Shintaro Miyake Performance, Zeichnung, Skulptur und
Performanceartefakte zu einer Art nordisch-japanischem Gesamtkunstwerk zusammenfließen lassen.

Für weitere Informationen oder Abbildungsmaterialien kontaktieren sie bitte Gerhardsen Gerner Berlin: T: +49-30-69 51 83 41,
F: +49-30-69 51 83 42, E: office@gerhardsengerner.com oder besuchen Sie unsere Website unter
http://www.gerhardsengerner.com

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1) Die Ältere Edda oder Lieder-Edda ist eine Sammlung von Dichtungen unbekannter Autoren. Stofflich werden mythische
Motive, so genannter Götterlieder aus der Nordischen Mythologie behandelt, und die so genannten Heldenlieder
(Wikipedia, „Edda“, 13. Juni 2013)